Mercedes auf der Techno Classica 2019

Höhepunkte der kompletten Markengeschichte zeigt Mercedes-Benz Classic bei der Techno Classica vom 10. bis 14. April 2019 in Essen.

Gleich sechs Fahrzeuge lassen die Geschichte der legendären Forschungs- und Rekordfahrzeugen C 111 lebendig werden. Der Mercedes-Simplex 40 PS aus dem Jahr 1903 und der EQC von 2019 zeigen den Geist der Innovation, der bei Mercedes-Benz von Beginn an die Automobilentwicklung prägt.

(c) Mercedes-Benz

Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic auf der Techno Classica 2019:

Mercedes-Simplex 40 PS (1903)

Der Mercedes-Simplex löst im März 1902 den legendären Mercedes 35 PS ab. Der Namenszusatz „Simplex“ verweist auf die aus damaliger Sicht einfache Handhabung des in einigen Details überarbeiteten Hochleistungswagens. Sein direkter Vorgänger definiert im Dezember 1900 erstmals eine eigenständige Form des Automobils.

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Charakteristische Merkmale sind die langgestreckte Form, der leichte, tief im Rahmen eingebaute Hochleistungsmotor und der organisch in die Front integrierte, auch technisch hoch innovative Bienenwabenkühler, der zum markenprägenden Erkennungszeichen wird. Der Mercedes 35 PS markiert den endgültigen Abschied vom seinerzeit branchenweit vorherrschenden Stil der motorisierten Kutsche. Damit gilt er als erstes modernes Automobil und setzt – ähnlich wie der Mercedes-Benz EQC heute – einen Meilenstein, der für die Neuerfindung des Automobils steht. Das Konzept des Mercedes ist so richtungweisend, dass es bis Ende 1902 von nahezu allen Herstellern übernommen wird.

Technische Daten Mercedes-Simplex 40 PS
Produktionszeitraum: 1902–1909
Zylinder: 4/Reihe
Hubraum: 6.785 cm³
Leistung: 29 kW/40 PS bei 1.100/min
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Mercedes-Benz Designstudie SLX (1966)

Die Designstudie aus dem Jahr 1965 stammt von den Mercedes-Benz Stilisten Giorgio Battistella und Paul Bracq, die Mitte der 1960er-Jahre intensiv an einem Supersportwagen mit Mittelmotor arbeiten. Die intern als SLX bezeichnete Studie wird im Frühjahr 1966 als Holzmodell im Maßstab 1:1 realisiert und im Windkanal getestet.

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Sie versprüht den klassischen Design-Esprit der 1960er-Jahre. Der Entwurf veranschaulicht, wie groß der gestalterische Entwicklungsschritt zum C 111 ist, der nur drei Jahre später vorgestellt wird. Die Designer um Bruno Sacco und Josef Gallitzendörfer erneuern mit dem aufsehenerregenden Wankel-Sportwagen die Formensprache von Mercedes-Benz entscheidend.

Mercedes-Benz Experimentalfahrzeug C 111 (1969)

Das Experimentalfahrzeug C 111, das Mercedes-Benz im September 1969 auf der IAA in Frankfurt präsentiert, wird auf Anhieb zum Publikumsmagneten der Messe. Das „rollende Versuchslabor“ überrascht mit seinen weit nach oben öffnenden Flügeltüren, der ausgeprägten Keilform und der Lackierung in Orangemetallic.

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Innovativ sind auch die Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und der leistungsstarke Dreischeiben-Wankelmotor, der fulminante Fahrleistungen ermöglicht. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h und einer Beschleunigung von 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h ist der C 111 ein echter Supersportwagen, der faszinierendes Design mit ausgeprägter Sportlichkeit verbindet.

Technische Daten Mercedes-Benz C 111 Experimentalfahrzeug
Präsentation: 1969
Rotationskolben: 3 Kammervolumen: 1.800 cm³
Leistung: 206 kW (280 PS) bei 7.000/min
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h.

Mercedes-Benz C 111-II Experimentalfahrzeug (1970)

Bereits ein halbes Jahr nach der Vorstellung des C 111 sorgt Mercedes-Benz erneut für Furore: Auf dem Genfer Automobil-Salon im März 1970 debütiert eine grundlegend überarbeitete Ausführung des Hochleistungssportwagens mit Wankelmotor.

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Der C 111-II erzielt dank seines 257 kW (350 PS) starken Vierscheibenmotors nochmals verbesserte Fahrleistungen. Mit der neu gezeichneten Karosserie wirkt er noch attraktiver als sein Vorgänger und ist dabei in jeder Hinsicht alltagstauglich. Obwohl zahlreiche Blankoschecks in Stuttgart eintreffen, geht der C 111-II nicht in Serie. Auch die Wankelmotoren-Entwicklung wird bei Mercedes-Benz nicht wie geplant fortgesetzt und schließlich eingestellt.

Technische Daten Mercedes-Benz C 111-II Experimentalfahrzeug
Präsentation: 1970
Rotationskolben: 4
Kammervolumen: 2.400 cm3
Leistung: 257 kW (350 PS) bei 7.000/min
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h

Mercedes-Benz C 111-II D Rekordwagen (1976)

Eines der sechs gebauten Experimentalfahrzeuge der 1970 in Genf präsentierten Version C 111-II wird 1976 zum Diesel-Rekordwagen umgebaut. Um die Leistungsgrenzen des Pkw-Diesels auszuloten und die Zuverlässigkeit zu demonstrieren, wird der C 111-II mit einem 140 kW (190 PS) starken Turbodiesel auf Basis des Fünfzylinder-Serienmotors ausgerüstet.

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Außenspiegel und Klappscheinwerfer werden zugunsten einer verbesserten Aerodynamik demontiert, und auch die Handbremse entfällt. Im Juni 1976 wird der C 111-II D für eine 64-stündige Rekordfahrt im süditalienischen Nardò eingesetzt. Dabei stellt er insgesamt 16 internationale Rekorde auf – und erreicht Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 250 km/h.

Technische Daten Mercedes-Benz C 111-II D Rekordwagen
Einsatz: 1976
Zylinder: 5/Reihe
Hubraum: 2.998 cm³
Leistung: 140 kW (190 PS) bei 4.200-4.700/min
Höchstgeschwindigkeit: 254 km/h

Mercedes-Benz C 111-III Rekordwagen (1978)

Nach dem Erfolg des C 111-II D soll eine neue Rekordfahrt demonstrieren, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist. So wird der Rekordwagen umfassend weiterentwickelt. Neben einem nochmals leistungsgesteigerten Motor steht die Optimierung der Aerodynamik im Vordergrund: Das Fahrzeug erhält einen längeren Radstand und eine auf geringstmöglichen Luftwiderstand konzipierte Karosserie, die einen sensationell niedrigen cW-Wert von nur 0,183 aufweist.

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Im April 1978 erzielt der C 111-III, erneut auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Nardò, neun Geschwindigkeits-Weltrekorde. Über die 500-Kilometer-Distanz erreicht er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 321,9 km/h.

Technische Daten Mercedes-Benz C 111-III Rekordwagen
Einsatz: 1978
Zylinder: 5/Reihe
Hubraum: 2.998 cm³
Leistung: 169 kW (230 PS) bei 4.200-4.600/min
Höchstgeschwindigkeit: 327 km/h

Mercedes-Benz C 111-IV Rekordwagen (1979)

1979 nimmt der C 111 einen weiteren Geschwindigkeitsrekord ins Visier. Diesmal gilt es, den 1975 aufgestellten Rundstreckenrekord von knapp 356 km/h zu überbieten. Dazu erhält einer der beiden C 111-III eine neue Frontpartie sowie zwei Seitenflossen im Heck statt zuvor nur einer, um Aerodynamik und Fahrstabilität bei sehr hohen Geschwindigkeiten zu optimieren.

(c) Mercedes-Benz

Angetrieben wird der neue Rekordwagen von einem 368 kW (500 PS) starken 4,8-Liter-V8-Motor, der auf dem 4,5-Liter-Serienaggregat aus der S-Klasse und dem SL basiert und zusätzlich mit zwei Abgasturboladern ausgerüstet ist. Im Mai 1979 erzielt der C 111-IV, wiederum auf dem Rundkurs in Nardò, einen neuen Geschwindigkeitsbestwert von 403,978 km/h.

Technische Daten Mercedes-Benz C 111-IV Rekordwagen
Einsatz: 1979
Zylinder: V8
Hubraum: 4.800 cm³
Leistung: 368 kW (500 PS) bei 6.200/min
Höchstgeschwindigkeit: 404 km/h

 

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