Mercedes EQV 300 – Testbericht

Schlagwörter
Die Neuesten Beiträge
Autoguru.at auf Facebook

Mit dem EQV hat Mercedes auch eine rein elektrische Version der V-Klasse im Sortiment. Wir verraten in unserem Test, für welches Einsatzgebiet er am besten ist.

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Die Elektrifizierung der Modellpalette geht bei Mercedes zügig voran, nach dem EQC ist der EQV das zweite Modell mit rein elektrischem Antrieb gewesen.

Optisch ist die elektrische Version der V-Klasse lediglich an einer leicht modifizierten Frontpartie im Stil der anderen EQ-Modelle zu erkennen. Zudem ist im vorderen Stoßfänger auch der Zugang zur Ladebuchse untergebracht.

Preislich startet der EQV 300 bei 81.696,- Euro, womit er knapp 20.000,- Euro teurer als der V 300 d mit ähnlicher Leistung ist.

Die Ausstattung ist dafür auch eine kleine Spur großzügiger ausgefallen, unter anderem gibt es schon 20“-Leichtmetallfelgen, das MBUX-Infotainmentsystem mit 10,25“-Touchscreen und Navi und noch einiges mehr.

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Unser Testfahrzeug hatte zusätzlich noch ein Panorama-Schiebedach, das Park-Paket mit 360-Grad-Kamera, das Spiegel-Paket, die Thermotronic-Klimaautomatik inkl. getrennter Regelung im Fond, elektrische Schiebetüren, eine elektrische Heckklappe und noch ein paar kleinere Goodies an Bord.

Der Gesamtpreis summierte sich auf 93.266,40 Euro, man hatte jedoch noch immer nicht das Gefühl, von überschwänglichem Luxus verwöhnt zu werden. Selbst ein Keyless-System war nicht an Bord.

Dennoch hat der Innenraum einen sehr wohnlichen Charakter, und wir haben uns auf Anhieb wohl gefühlt.

Schön gestalteter Innenraum

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Im Vergleich zu den anderen V-Klasse-Versionen hat der EQV leicht adaptierte Armaturen, statt dem Drehzahlmesser kommt eine Power-Anzeige zum Einsatz.

Die Bedienung ist sehr einfach, und auch das MBUX-Infotainmentsystem mit 10,25“-Touchscreen hat in unserem Test überzeugen können.

Auch die Materialwahl erfüllt die Anforderungen ans Premium-Segment, vor allem die Zierumrandung der Klimaregelung in Bronze hat uns gut gefallen. Weniger gut angekommen ist der Mix aus der Karosseriefarbe in „Hyazinthrot metallic“ und dem blauen Bezug von Armaturenlandschaft und Türen. Diese Kombination wirkt wie von Stevie Wonder ausgewählt, aber Geschmäcker sind nun einmal verschieden.

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Uneingeschränkt positiv kann man dafür das Platzangebot bewerten, an diesem können sich die Geister nicht scheiden. Egal auf welchen Platz man untergebracht ist, man hat in allen drei Reihen in jede Richtung viel Raum.

Sehr praktisch sind auch die elektrischen Schiebetüren, ein Feature, welches man keinesfalls beim Kauf weglassen sollte.

Selbst bei voller Besatzung stehen noch 1.030 Liter Stauraum zur Verfügung, womit man eigentlich auch ein tolles Urlaubsfahrzeug für die ganze Familie zur Verfügung hätte.

Ausreichend kraftvoller E-Motor

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

In der Praxis wird eine weite Urlaubsfahrt aber zu einer etwas mühsamen Angelegenheit, da wie so oft bei E-Autos auch beim EQV die Reichweite das größte Manko ist.

Vom Fahrfeeling her würde man sehr gerne weite Strecken mit dem geräumigen und sehr komfortablen Van absolvieren.

Der 204 PS (150 kW) starke Elektromotor steht den Verbrenner-Brüdern in Bezug auf Fahrleistungen und Fahrspaß in nichts nach, ganz im Gegenteil.

Mit einem maximalen Drehmoment von 362 Nm hat man schon vom Start weg viel Schubkraft zur Verfügung. Nach oben hin merkt man aber, dass doch über 2,9 Tonnen Fahrzeuggewicht bewegt werden müssen.

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen so rund 12 Sekunden, dafür ist man jederzeit völlig geräuschlos unterwegs. Erst bei Autobahntempo dringen Wind- und Abrollgeräusche in den Innenraum vor.

Der E-Motor ist aber weder bei Vollgas noch sonst irgendwann akustisch wahrnehmbar. Serienmäßig liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 140 km/h, man kann diese aber optional auf 160 km/h erhöhen.

Trotz sehr komfortabler Auslegung, bei der Bodenunebenheiten perfekt weggefiltert werden, liegt der EQV noch perfekt auf der Straße.

Reichweite ist überschaubar

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Der durch die 100 kWh große Batterie sehr niedrige Schwerpunkt hilft hier wirklich gut. Nutzbar sind rund 90 kWh der Batterie, womit wir auch schon beim größten Nachteil des EQV wären, nämlich der Reichweite.

Unser Testfahrzeug war prominent mit dem Hinweis versehen, dass man „348 km elektrisierende Möglichkeiten“ hat. Diese Reichweite ist jedoch nur unter absolut perfekten Bedingungen und einem sehr zurückhaltenden Fahrstil erreichbar.

Wer seinen EQV mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit über die Autobahn bewegt und vor Überholmanövern nicht zurückschreckt, der sollte mit einer realistischen Reichweite von rund 250 bis maximal 300 Kilometern rechnen.

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Schon beim vom Werk angegebenen Verbrauch von 28,7 kWh sind bei 90 kWh Batteriegröße nur 313 Kilometer wirklich realistisch. Wir haben in unserem Test einen Stromverbrauch von 35 kWh erzielt und sind somit auf eine Reichweite von knapp 260 Kilometern gekommen.

Bei reinem Autobahntempo auf dem Weg in den Urlaub wird man vermutlich nicht mal 250 Kilometer schaffen, womit der EQV als Van für den Familienurlaub nur bedingt brauchbar ist.

Viele Stunden blickt man so von einem tristen Autobahnparkplatz auf eine Ladesäule, statt vom Liegestuhl aufs Meer.  Mittels DC-Laden mit 110 kW sollte man zwar in rund 45 Minuten die Batterien von 10 % auf 80 % aufladen können, nur muss man erst einmal eine solch flotte Ladestation finden und diese auch unbesetzt und funktionsfähig antreffen.

Lange Ladezeiten durch große Batterie

Mercedes EQV 300
Mercedes EQV 300 (c) Stefan Gruber

Mit 80% Batterieladung schafft man zudem nicht mal weitere 200 Kilometer, womit man am Weg von Wien nach Bibione mindestens drei Ladestopps einplanen sollte.

Als ideales Einsatzgebiet empfiehlt sich der EQV 300 somit vor allem als Shuttle für Hotels oder Veranstaltungen.

In der Stadt benötigt man auch kaum das Bremspedal, via Schaltwippen am Lenkrad kann man nämlich die Rekuperation individuell steuern. So kann man im besten Fall ganz ohne Betätigung des Bremspedals ans Ziel kommen.

Unser Test hat gezeigt, dass der EQV ein wirklich sehr angenehmer Van mit viel Platz und viel Komfort ist. Am besten geeignet ist er als Shuttle, wo er mit seinem leisen Antrieb einen sehr komfortablen Transport von Personen ermöglicht.

Für Vielfahrer und für die lange Urlaubsreise ist er nur geeignet, wenn man auch viel Geduld für die Ladestopps mitbringt.

Was uns gefällt:

Das PKW-Feeling, das Design, die Ausstattung, der Fahrspaß, der geräumige Innenraum, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

Der hohe Preis, die Reichweite

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 3-

Fahrleistung: 2

Fahrverhalten: 1

Verarbeitung: 1

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Platzangebot Rückbank: 1

Kofferraum: 1

Ablagen: 1

Übersichtlichkeit: 1

Technische Daten Mercedes EQV 300

Preis in Euro
Testwagenpreis ohne Extras 81.696,00
Testwagenpreis mit Extras: 93.266,40
davon Steuern 15.544,40
Technische Daten
Leistung PS/KW 204/150
Max. Drehmoment Nm/ 362
Getriebe 1 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 12,0
Höchstgeschwindigkeit in km/h 140
Batteriegröße in kWh 90,0
Durchschnittsverbrauch in kWh 28,4
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 0
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 514,0
Breite in cm 192,8
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 190,1
Radstand in cm 320,0
Kofferraumvolumen in Liter 1.030
Leergewicht in kg 2.902
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 3.500
Max. Zuladung in kg 598

Bildergalerie: Mercedes EQV 300 – Testbericht
Empfohlene Beiträge auf Autoguru.at:
Schlagwörter
Autoguru.at auf Facebook
Diesen Beitrag teilen:
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on xing
Share on whatsapp
Scroll to Top