MINI Cabrio John Cooper Works – Testbericht

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Wenn die ersten Blätter fallen, hat man mit dem neuen MINI Cabrio nur zwei Möglichkeiten: So schnell durchflitzen, dass keines hinein fällt, oder das Dach schließen.

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Selbst wenn Anfang Oktober bereits die Vorboten des Winters frühmorgendlich winken, lassen wir uns den Spaß nicht nehmen. Zum Cabriofahren gibt es keine ungünstige Zeit, höchstens die falsche Bekleidung.

Durch die steile Frontscheibe sitzt man im MINI Cabrio gut windgeschützt, sogar bis in die zweite Reihe. Was vorne die Klimaanlage mit den Ausströmern sowie die Lenkrad- und Sitzheizung bei 10 Grad Außentemperatur regeln, muss im Fond eine Jacke übernehmen. Dafür gibt es dann Sonne im Herzen, jede Menge Fahrspaß und ein paar Minuten mehr auf unserem „Always Open Timer“.

Sehr praktisch lässt sich das schwarze Faltdach aus Stoff in dem äußerst schicken Union-Jack-Design (Kostenpunkt: 670 Euro) zuerst nur wie ein Schiebedach öffnen, erst danach geht es komplett auf und legt sich in etwa 20 Sekunden schön gefaltet nach hinten. Dies ist bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h möglich. Überschreitet man diese, äußert der MINI seinen Unmut mit lautem Gepiepse.

Ebenso laut schreit das Cabrio um Aufmerksamkeit, wenn böse Eindringlinge wie herabfallende Kastanien oder die Jacke, die man doch nicht braucht, ins verriegelte, jedoch offene Fahrzeug geworfen werden.

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Der MINI bemerkt die Bewegungen im Fahrzeug und schaltet dann die Alarmanlage ein. Gut so, denn bei einem Kostenpunkt von 38.700,- Euro Einstiegspreis für den John Cooper Works bzw. dem Gesamtwert unseres Testfahrzeugs von stattlichen 52.430,- Euro, sind die 300 Euro dafür durchaus angebracht.

Aber woran erkennt man nun das neue Modell des MINI Cabrio. Modifikation ohne große Stilbrüche ist seit 20 Jahren das Motto der britischen Marke, daher hat auch der neueste Oben-ohne-Flitzer die klassischen Stilmerkmale.

Sieht man etwas genauer hin, so erkennt man das neue Frontdesign mit dem hexagonalen Kühlergrill und neu gestalteten Side Scuttles. Außerdem ist Schwarz das neue Chrom, und so taucht das Piano Black Exterieur unter anderem Einfassungen der Scheinwerfer, Tankklappe sowie die Markenembleme in eine schwarze Hochglanzlackierung.

Klassischer Stil bei der Lackierung

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Bei der Lackierung hat man sich in unserem Fall für das eher dem klassischen „British Racing Green“ entsprechende „Rebel Green“ entschieden, welches den schärferen Charakter der Motorisierung unseres Testfahrzeugs zusammen mit den JCW-Motorhaubenstreifen hervorhebt.

Individualisierung wurde im Hause MINI immer großgeschrieben. Auf zahlreiche persönliche Gestaltungsmöglichkeiten braucht man daher auch beim neuen Modell nicht zu verzichten. Nachdem einige optische Features wie das Union-Jack-Design der Heckleuchten und die LED-Scheinwerfer nun zur Serienausstattung gehören, kann man mit verschiedenen Trims und Paketen seinen MINI unverwechselbar machen.

Bei unserem Testfahrzeug unterstreicht das John Cooper Works Trim mit speziellen 18-Zoll-Felgen, adaptivem Fahrwerk, roten Spiegelkappen sowie dem Lichtpaket den sportlichen Auftritt.

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Das Fahrerassistenzpaket Plus ist beim MINI Cabrio vor allem bei offenem Verdeck ein heißer Tipp, denn dieses verdeckt die Sicht nach hinten so stark, dass sich dahinter ebenso gut ein Auto verstecken kann. Hier hilft die Rückfahrkamera beim Rangieren, und wer möchte, kann auf die Hilfe des Parkassistenten zählen. Der adaptive Tempomat macht die Langstrecke und sogar das Staufahren zum Vergnügen.

Ein gewisses Extra an Exklusivität geben unserem Tester das Comfort Paket Plus sowie das Connected Navigation Plus Package. Dass MINI nun eine echte Premiummarke im Kleinwagensegment ist, zeigt sich besonders im Innenraum. Dieser wurde zwar ebenfalls nur geringfügig adaptiert, zeigt sich aber sehr stylisch durch eine sorgfältige Verarbeitung und den Einsatz hochwertiger Materialien.

Das Fahrgefühl in einem MINI lässt sich seit jeher mit einem Wort beschreiben: Go-Kart-Feeling. Da ist es egal, welcher Motorisierung man frönt, das Fahrverhalten ist erstklassig direkt und knallhart.

Tolle Sportsitze

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Um dieses noch zu unterstreichen, besitzt unser Cabrio sehr gut konturierte Sportsitze mit hervorragendem Seitenhalt und Oberschenkelauflage sowie ein griffiges Multifunktionslenkrad, das jeden noch so kleinen Lenkbefehl ungeschönt an die Vorderräder weitergibt.

Die John Cooper Works-Motorisierung setzt auf einen Vierzylindermotor mit zwei Litern Hubraum. Aus diesen holt der kleine MINI maximal 231 Rösser bei einem maximalen Drehmoment von 320 Nm ab 1.450 Umdrehungen. In Anbetracht eines Eigengewichts von 1.375 Kilo, dem straffen Fahrwerk sowie der direkten Lenkung mutiert unser kleiner Sonnenschein zum Kampfzwerg, mit dem nicht zu spaßen ist.

Zugegeben, im offenen Zustand verwirbelt es uns dann doch bei einer Beschleunigung von 6,5 Sekunden auf 100 km/h ein wenig unsere Fönfrisur, und der aufmüpfige Mitbewerber, der uns zuvor noch belächelt hat, kriegt große Augen. Die Achtgang-Sportautomatik passt hervorragend, schaltet genau im richtigen Augenblick und sorgt für einen homogenen Vortrieb.

MINI Cabrio John Cooper Works
MINI Cabrio John Cooper Works (c) Rainer Lustig

Wer aber selbst die Kontrolle über die Gangwechsel haben möchte oder den satten Auspuffsound im Tunnel so richtig genießen will, der schaltet per Paddles hinter dem Lenkrad. Die Abstimmung des Fahrzeugs kann auch auf drei Stufen per Driving Mode eingestellt werden. Hier stehen neben dem ausbalancierten „Mid“, noch die Stufen „Sport“ und „Green“ zur Verfügung.

Die Einstellung des Driving Modes hat darüber hinaus Auswirkungen auf die Farbwahl des Zentralinstruments und der digitalen Cockpitanzeige, die das klassische Armaturendisplay hinter dem Lenkrad in unserem Cabrio ersetzt, aber auch der Ambienteinnenbeleuchtung.

Kommen wir in Zeiten der steigenden Treibstoffpreise zum Verbrauch unseres MINI. In Anbetracht der PS-starken Motorisierung und dem damit bereits erwähnten Fahrgefühl müssen wir eingestehen, nur kurz die „Green“ Einstellung gewählt zu haben, um festzustellen, dass ihm Grün bei der Lackierung deutlich besser passt. Während unserer Testzeit kamen wir auf einen Verbrauch von etwas mehr als acht Liter bei sportlicher Fahrweise.

Unser Fazit für den Sonnenanbeter ist klar: 100% Sportlichkeit bei 100% Fahrspaß – offen wie geschlossen. Lediglich der Ikonenstatus, der mittlerweile mit einem echt satten Preis aufschlägt, hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.

Was uns gefällt:

perfekte Straßenlage, Cabriodach öffnet schnell, Topmotorisierung

Was uns nicht gefällt:

Schlechte Sicht nach hinten bei offenem Verdeck, Gesamtpreis

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 1-

Fahrleistung: 1

Fahrverhalten: 1

Verarbeitung: 1

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Platzangebot Rückbank: 3

Kofferraum: 3

Ablagen: 1-

Übersichtlichkeit: 2-3

Technische Daten MINI Cabrio John Cooper Works

Preis in Euro
Testwagenpreis ohne Extras 38.700,00
Testwagenpreis mit Extras: 52.430,00
davon Steuern 11.515,00
Technische Daten
Zylinder 4
Hubraum in ccm 1.998
Leistung PS/KW 231/170
Max. Drehmoment Nm bei U/min 320/1.450-4.800
Getriebe 8-Gang-Steptronic Sport Getriebe
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 6,5
Höchstgeschwindigkeit in km/h 241
Verbrauch Stadt in Liter 7,9
Verbrauch Überland in Liter 5,6
Durchschnittsverbrauch in Liter 6,4
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 147
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 387,2
Breite in cm 172,7
Höhe in cm 141,5
Radstand in cm 249,5
Kofferraumvolumen in Liter 160-215
Tankinhalt in Liter 44
Leergewicht in kg nach DIN 1.375
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.795
Max. Zuladung in kg 420

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