Ford Transit Custom Nugget Plus 2,0 TDCI AT – Testbericht

Schlagwörter
Die Neuesten Beiträge
Autoguru.at auf Facebook

Mit dem eigenen Wohnmobil auf Urlaub zu fahren wird immer beliebter, wir haben mit dem Ford Transit Custom Nugget Plus jetzt den Einstieg ins Camper-Leben getestet.

Ford Transit Custom Nugget Plus Front
Ford Transit Custom Nugget Plus Frontansicht (c) Stefan Gruber

Seit dem Ausbruch der Corona Epidemie gibt es wirtschaftlich gesehen nur wenige Gewinner. Neben Plexiglas-, Desinfektionsmittel- und Maskenherstellern profitieren noch Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller von der Krise.

Die Nachfrage nach diesen Produkten ist so stark wie schon seit Jahren nicht mehr, was auch kein Wunder ist. Die Attraktivität von Flugreisen ist derzeit in etwa so hoch wie jene von Fußpilz, vor allem da es in einem Flieger praktisch unmöglich ist, den derzeit notwendigen Mindestabstand von einem Meter einzuhalten.

Wer dennoch auf Urlaub fahren möchte, der setzt daher verstärkt auf die eigenen vier Wände auf vier Rädern. Mit dem neuen Transit Custom Nugget Plus hat Ford jetzt einen überaus interessanten Reisebegleiter im Programm.

Der Konkurrent von VW T6.1 California und Mercedes Marco Polo ist in zwei Versionen erhältlich, wobei der von uns getestete Nugget Plus mit einem fix montierten Hochdach aufwarten kann.

Ford Transit Custom Nugget Plus Heck
Ford Transit Custom Nugget Plus Heckansicht (c) Stefan Gruber

Auf einer Länge von 534 cm hat man alles untergebracht, was für den Urlaubstrip von absoluter Wichtigkeit ist.

Frei nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ haben die Designer bei diesem Wohnmobil wirklich alles bis ins kleinste Detail perfekt verplant und jeden Zentimeter genutzt.

Neben wirklich vielen Ablagen und Kästen für Reiseutensilien, Geschirr und Kleidung, gibt es auch Platz für bis zu fünf Personen. Im Idealfall handelt es sich dabei um zwei Erwachsene und drei Kinder, sonst wird es nämlich schon recht eng.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Ford Transit Custom Nugget Plus Innen
Ford Transit Custom Nugget Plus Innenraum (c) Stefan Gruber

Überhaupt sollte man bei einer der kleinsten Möglichkeiten eines Wohnmobils frei von Platzangst sein, denn auch wenn jeder Zentimeter gut durchdacht ist und man hinter den vorderen Sitzen auch aufrecht stehen kann, ist es dennoch sehr eng.

Vor allem, wenn man das im Hochdach befindliche Bett verwendet, bleibt nicht mehr viel Raum nach oben. Für den Zugang zum Bett muss man zusätzlich auch noch recht gelenkig sein. Der Aufstieg erfolgt über eine kleine Leiter, die hinter der Küche befestigt wird.

Der Kuschelfaktor ist dafür sehr hoch, und dank dem LED-Leuchtenpaket ist es auch sehr freundlich und hell im Obergeschoß der fahrbaren Wohnung.

Wer die hintere Sitzbank umlegt, hat zusätzlich zwei Schlafplätze frei. Alternativ kann man einen kleinen Tisch ausklappen und die vorderen Sitze nach hinten drehen, um dieses Areal zu einem Esszimmer zu verwandeln.

Ford Transit Custom Nugget Plus Innen
Ford Transit Custom Nugget Plus Innenraum (c) Stefan Gruber

Die Küche selbst bietet viele Ablagen, eine kleine Spüle, einen Kühlschrank und einen Gaskocher mit zwei Kochfeldern. So kann man zumindest kleine Speisen bequem zubereiten, ohne das Heim auf Rädern verlassen zu müssen.

Sehr angenehm ist auch, dass man sowohl über die breite Schiebetüre als auch über die Heckklappe ins Fahrzeug kommt.

Die Heckklappe kann zudem als kleines Dach verwendet werden, wenn man z.B. draußen sitzen möchte. Ein passender Klapptisch und Klappsessel sind hier im Outdoor-Paket erhältlich.

An der Seite gibt es zudem eine Markise, die ebenfalls einen schattigen Outdoor-Platz zur Verfügung stellt. Sehr praktisch ist auch das aufschiebbare Insektenschutzgitter bei der Schiebetüre, so kann man Frischluftvergnügen mit perfektem Schutz vor Insekten kombinieren.

Bis ins kleinste Detail durchdacht

Ford Transit Custom Nugget Plus Innen
Ford Transit Custom Nugget Plus Innenraum (c) Stefan Gruber

Man kann sagen, dass man bei der Gestaltung des Fahrzeugs wirklich an alles gedacht hat, was das Leben in der Natur oder am Campingplatz angenehm gestaltet.

Für die Katzenwäsche steht ein klappbares Waschbecken ganz im Heck, gegenüber dem WC, zur Verfügung. Das WC kann zudem mit einer Rollo vom Rest des Fahrzeugs getrennt werden, um die Privatsphäre zu erhöhen.

Der Ford Transit Custom Nugget Plus kann aber nicht nur im Stand begeistern, auch um ans Ziel zu kommen bietet das Wohnmobil viel Komfort und ordentliche Fahrleistungen.

Ein neuer 2,0 Liter-Turbodiesel mit 170 PS (125 kW) werkt unter der Haube, der im Falle unseres Testfahrzeugs noch mit einer 6-Gang-Automatik kombiniert worden ist.

Ford Transit Custom Nugget Plus Innenraum (c) Stefan Gruber

So lässt es sich auch auf weiten Strecken sehr entspannt und dennoch flott reisen. Die Vordersitze bieten auch auf jeder Seite eine Armlehne, was den Komfort weiter steigert.

Bezüglich technischer Daten bei dieser Fahrzeugkonfiguration hält sich Ford leider sehr bedeckt, hier muss der Kunde auf seine Fahreindrücke vertrauen.

Uns hat der kräftige Diesel auf jeden Fall überzeugen können. Man sprintet mit dem schweren Wohnmobil flotter davon, als man es sich erwarten würde.

Das Cockpit bietet auch viel Pkw-Komfort inklusive dem 8“-Touchscreen, der über eine sehr schöne Darstellung von Karten und Menüs verfügt und sich leicht bedienen lässt.

Fährt sich überall sehr angenehm

Ford Transit Custom Nugget Plus Front
Ford Transit Custom Nugget Plus Frontansicht (c) Dr. Marianne Skarics-Gruber

Trotz des aerodynamisch eher ungünstigen Aufbaus und des Gewichts ist man jederzeit sehr spritzig unterwegs. Auch bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum für ein Fahrzeug dieser Gattung noch sehr ruhig.

Die bei uns erlaubten 130 km/h sind mehr als locker zu erreichen. Durch die komfortable Auslegung kommt man auch nach weiten Tagesetappen entspannt am Ziel an.

Sofern man nicht gerade bei stürmischem Wetter unterwegs ist. Dann nämlich merkt man schon die 285 cm Fahrzeughöhe des Testfahrzeugs. Auf Wind reagiert das Wohnmobil als einziges recht empfindlich, und man muss das Lenkrad schon gut festhalten.

Dabei lässt es sich dank dem adaptiven Tempomat auch sehr entspannt fahren, ein Feature, welches in dieser Klasse noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Ford Transit Custom Nugget Plus Seite
Ford Transit Custom Nugget Plus Seitenansicht (c) Dr. Marianne Skarics-Gruber

Natürlich sollte man auch Kurven nicht zu flott nehmen, der hohe Schwerpunkt folgt natürlich den physikalischen Gesetzen.

Überrascht waren wir, was den Verbrauch anbelangt. Trotz Autobahnetappe und flotter Fahrweise sind wir im Schnitt mit 9,8 Litern pro 100 Kilometern über die Runden gekommen. Die vom Werk versprochenen 7 Liter sind aber wohl nur schwer zu realisieren.

Wir finden die 9,8 Liter aber völlig in Ordnung, immerhin muss man den hohen Aufbau mit einberechnen, und so gesehen ist man sehr sparsam unterwegs.

Ford hat mit dem Transit Custom Nugget Plus auf jeden Fall eine wirklich interessante Alternative am Wohnmobil-Sektor im Programm. Preislich sollte man bei uns mit einem Preis von rund 85.000,- Euro, je nach gewünschter Ausstattung, rechnen.

Was uns gefällt:

Die gute Planung im Innenraum, das Pkw-Feeling beim Fahren, die Automatik, der Verbrauch, was man alles auf einer Länge von 534 cm unterbringen kann

Was uns nicht gefällt:

 Für Menschen mit Platzangst nicht ganz optimal

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 1

Fahrleistung: 1

Fahrverhalten: 2

Verarbeitung: 1

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Platzangebot Rückbank: 1

Ablagen: 1

Übersichtlichkeit: 2

Weitere Infos zu Ford unter www.ford.at

Bildergalerie: Ford Transit Custom Nugget Plus 2,0 TDCI AT – Testbericht
Empfohlene Beiträge auf Autoguru.at:
Schlagwörter
Autoguru.at auf Facebook
Diesen Beitrag teilen:
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on xing
Share on whatsapp
Scroll to Top