Wie umweltfreundlich die Bahn wirklich ist

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Unsere Politiker setzen alles daran, dass die Österreicher aufs Auto verzichten und mit der Bahn fahren. Wie umweltschädlich der Ausbau der Bahn aber ist, verschweigt man.

Wir haben schon vor einiger Zeit in einem Bericht über die Gefahren durch die ÖBB hingewiesen (siehe „Todesfalle ÖBB-Eisenbahnschranken“ https://www.autoguru.at/2019/02/todesfalle-oebb-eisenbahnschranken/).

(c) Stefan Gruber

Durch die antiquierte Technik werden aber nicht nur Leben gefährdet, auch die Umwelt wird belastet. Wenn durch die langen Wartezeiten an den Bahnschranken die Staus immer größer werden, ist dies eine zusätzliche Umweltbelastung, da so der CO2-Ausstoß unnötig steigt.

Auf der anderen Seite werden Milliarden an Steuergeldern in ÖBB-Projekte gepumpt, deren Mehrwert überschaubar ist.

Noch gravierender ist es aber, wenn man sich anschaut, was die Projekte der Bahn für die Umwelt wirklich bedeuten. Dazu haben wir eines der Vorzeigeobjekte der ÖBB, den Semmering Basistunnel, genauer unter die Lupe genommen.

Hier werden laut ÖBB Infrastruktur-Homepage 11 Milliarden investiert, um die Fahrzeit der Bahn von Graz nach Wien um 30 Minuten zu reduzieren. Im Vergleich: Im Schnitt wartet jeder, der auf seinem Weg zur Arbeit von einem antiquierten Bahnschranken betroffen ist, fast 60 Minuten pro Woche an dem verschlossenen Bahnschranken, dessen Erneuerung gerade einmal 150.000,- Euro ausmachen würde.

Aber zurück zum Bau des Semmering Basistunnels, über dessen Planung man zwar viel liest, jedoch schon genau recherchieren muss, um den Materialaufwand herauszufinden.

Fündig wird man vor allem bei Zulieferbetrieben, wie zum Beispiel der Firma „Mobile Betonkonzepte“, die mit Stolz bei ihren Projekten über den Bau informiert. Laut deren Homepage werden für den Bau des Semmering Basistunnel Baulos 2.1 und Baulos 1.1 insgesamt 1.050.000 m3 Beton verwendet.

Was man dazu wissen muss: Die Erzeugung von Beton ist deutlich mehr am weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt als der Individualverkehr.

Eine Tonne Beton verursacht je nach Land und Erzeugungsweise zwischen 500 und 1.000 Kilogramm CO2. Bei uns liegt der Wert bei rund 580 Kilogramm pro Tonne Beton, was wir einmal für unsere Berechnungen als Basiswert nehmen möchten.

Ein m3 Beton entspricht rund 1.800 Kilogramm, womit alleine für die zwei Abschnitte 1.890.000 Tonnen Beton benötigt werden. Dadurch werden 1.096.200 Tonnen CO2 verursacht.

Nachdem der Beton ja nicht im Tunnel entsteht, muss dieser mit dem Lkw zur Baustelle gebracht werden, und der Lkw muss dann wieder zur Betonfabrik retour fahren. Damit sind rund 50.000 Fahrten mit einem Lkw notwendig, der auf einen CO2-Ausstoß von rund 900 g/km kommt.

Rechnet man pro Fahrt hin und retour mit rund 100 Kilometer, kommen nochmals rund 5 Millionen gefahrene Lkw-Kilometer beim Bau hinzu, die 450 Tonnen CO2 verursachen.

Dies ist jetzt nur mal die CO2-Bilanz für den Beton, der beim Bau zum Einsatz kommt. Nicht berücksichtigt sind die Tunnelgrabung, das Gleisbett, die Gleise (auch rund 2.430 Tonnen Gewicht für 27 Kilometer), die elektrischen Anlagen etc. etc. etc.

Riesenbaustellen der ÖBB sind im ganzen Land zu finden (c) Stefan Gruber

Über 1.000.000 Tonnen CO2 entstehen nur durch den Beton, für Baulos 1.1. und Baulos 2.1. des Tunnels. Im Vergleich:  Ein Pkw mit einem CO2-Ausstoß von 120 g/km kann 10 Millionen Kilometer fahren und hat dabei „nur“ einen CO2-Ausstoß von 1.200 Tonnen.

Somit können gesamt rund 9,1 Milliarden Kilometer mit einem Auto mit 120 g CO2/Ausstoß zurückgelegt werden, um auf den gleichen CO2-Ausstoß zu kommen, der alleine für die Betonproduktion beim Bau des Tunnels entsteht.

Von anderen Dingen der ÖBB, die der Umwelt nicht gut tun, wie etwa die rund 2,7 Tonnen Glyphosat, die laut einem Standard-Bericht vom 16. Mai 2019 noch immer jährlich für die Unkrautvernichtung auf den Bahndämmen verwendet werden, mal ganz zu schweigen.

Ja, wir müssen etwas für die Umwelt tun, aber solche Monsterbauten, wo schon der Beton beim Bau so viel CO2 verursacht, ist sind sicher nicht die Lösung, die unsere Welt retten wird.

Wenn alleine die Betonproduktion für ein Projekt, das gerade einmal bewirkt, dass Züge von Graz nach Wien um 30 Minuten flotter sind, über 1.000.000 Tonnen CO2 verursacht, kann man kaum mehr von der Bahn als umweltfreundliche Alternative zum Auto sprechen.

Vor allem, da man selbst durch die „Beschleunigung“ der Bahn nur schneller ist, wenn man vom Wiener Hauptbahnhof zum Grazer Hauptbahnhof muss. Wenn man zum Beispiel wie wir von Ebreichsdorf nach Graz möchte, benötigt man lt. ÖBB-Homepage 2 Stunden und 40 Minuten für diese Strecke. Wäre die Bahn jetzt eine halbe Stunde schneller, wären es noch immer 2 Stunden und 10 Minuten, während man mit dem Auto für die gleiche Strecke jetzt schon nur 1 Stunde und 50 Minuten benötigt. Zudem kann man mit dem Auto sein Endziel direkt ansteuern, nach 2 Stunden und 10 Minuten mit der Bahn steht man noch immer erst am Hauptbahnhof in Graz und muss schauen, wie man an sein Endziel gelangt.

Für die Strecke Ebreichsdorf – Graz Hbf fallen mit dem 120g CO2/km verursachenden Auto übrigens 21,48 kg CO2 an, d.h. man könnte diese Strecke mit dem Auto rund 46.600.000 Mal fahren, um auf den CO2-Ausstoß der Betonproduktion für die zwei Baulose zu kommen.

Nach dieser kleinen Rechenaufgabe kann also wieder jeder Autofahrer beruhigt in sein Auto steigen und getrost auf die Bahn verzichten.

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