ÖAMTC: Kollisionen zwischen SUV und Fußgängern enden häufig tödlich

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Für Fußgänger kommt es bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug häufig zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen.

“In Österreich sind 2014 bei 4.129 Verkehrsunfällen mit Fußgängern 71 Personen ums Leben gekommen”, fasst ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte David Nosé zusammen (Quelle: Statistik Austria). Der Großteil (78 Prozent) dieser Unfälle waren Kollisionen mit Pkw. Die regelmäßigen Crashtests zeigen, dass Autos immer sicherer für die Insassen werden. Doch wie sieht es auf der anderen Seite der Fahrzeugkarosserie, beim Fußgängerschutz, aus?

(c) ÖAMTC
(c) ÖAMTC

Detailanalysen aus der ÖAMTC-Unfallforschungsdatenbank haben ergeben, dass Fußgänger im Falle einer Kollision überwiegend mit den vorderen Fahrzeugstrukturen in Berührung kommen. “Hierzu gehören Frontscheibenrahmen, Motorhaube sowie Kühler- und Stoßstangenbereich, auf die in 79 Prozent der Unfälle der Aufprall erfolgt”, erläutert Nosé. “Dabei prallen Kopf, Beine und Brust auf das Fahrzeug. Gerade im Kopfbereich kommt es dabei in rund 40 Prozent aller Fälle zu schwersten bis tödlichen Verletzungen.”

SUV sind unter den involvierten Pkw häufig vertreten. Gerade größere Autos gelten, bedingt durch harte und unnachgiebige Strukturen an der Fahrzeugfront, oft als Sorgenkinder in punkto Fußgängersicherheit. Der ÖAMTC hat in dieser Fahrzeugkategorie in den vergangenen Jahren im Bereich des Fußgängerschutzes positive Entwicklungen festgestellt. “Dieser Trend geht mit der ständigen Verschärfung der Kriterien bei den Tests des Fußgängerschutzes einher. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten an den Fahrzeugstrukturen bei allen Fahrzeugklassen”, so ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. “Speziell Motorhaubenkante und A-Säulen sind in den Crashtests immer wieder ‘rot’, können also zu lebensgefährlichen Verletzungen führen.”

Allerdings: Passive Schutzmaßnahmen allein können dem Fußgänger keine 100-prozentige Sicherheit bieten. “Der primäre Aufprall auf der Frontstruktur des Fahrzeuges wird zwar abgemildert, allerdings werden rund ein Drittel der Verletzungen durch einen zweiten Aufprall auf die Straße verursacht”, hält der ÖAMTC-Experte fest. “Wichtigstes Ziel muss daher die deutliche Senkung der Aufprallgeschwindigkeit sein.” Eine Möglichkeit, das zu erreichen, sind automatische Bremssysteme mit Fußgängererkennung. “Durch die Reduktion der Geschwindigkeit kann das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen stark verringert werden”, ist Lang überzeugt.

Dem tragen Weiterentwicklungen im Euro-NCAP ab 2016 Rechnung. Brems-Systeme, die einen Fußgänger erkennen können, werden ab nächstem Jahr getestet und in die Bewertung implementiert.

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