Autoindustrie: Erneuter Marktrückgang wegen Steuerpolitik

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Im ersten Quartal 2015 wurden laut Statistik Austria 75.154 Pkw neu zugelassen, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Minus von 7,5 Prozent.

Während europaweit ein Aufschwung im Automobilsektor zu verzeichnen ist, sank 2014 die Zahl der Neuzulassungen in Österreich bereits das dritte Jahr in Folge. „In erster Linie geht das auf die permanenten Steuererhöhungen im automotiven Sektor zurück“, so Dr. Felix Clary, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. „Die Politik schafft Rahmenbedingungen, die das Autofahren in Österreich zunehmend unattraktiv machen. Und das trotz des hohen gesellschaftlichen Stellenwerts, den das Auto in Österreich besitzt.

(c) Stefan Gruber
(c) Stefan Gruber

Immerhin ist statistisch betrachtet jede zweite Österreicherin bzw. jeder zweite Österreicher im Besitz eines Automobils. Die große Mehrheit will im Alltag nicht auf das Auto verzichten.“ „Es ist zu befürchten, dass es 2015 – entgegen den europaweiten Trends – das vierte Jahr in Folge zu einem Marktrückgang kommen wird. Die Zahl der Neuzulassungen könnte auf unter 300.000 sinken“, so Clary.

Dies sei nicht weiter verwunderlich, habe es innerhalb der letzten zehn Jahre insgesamt zehn Steuererhöhungen im automotiven Sektor gegeben, was das Autofahren zusehends verteuere. Zuletzt wurden im März 2014 die NoVA und die motorbezogene Versicherungssteuer erhöht.

Die aktuelle Steuerreform sieht eine weitere Steuererhöhung vor – konkret soll der Sachbezug für Dienstfahrzeuge mit Privatnutzung über 120g/km CO2-Ausstoß von 1,5 auf 2,0 Prozent angehoben werden. „Das wird zu einem Rückgang im bis jetzt noch gut laufenden Firmenwagengeschäft führen und in weiterer Folge die gesamte Automobilwirtschaft in Österreich treffen, die allerdings einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand in Österreich leistet.“

Ökologisierung durch steuerliche Begünstigungen vorantreiben Besonders kritisch zu betrachten sei die Tatsache, dass die erneute Steuererhöhung ökologisch begründet wird. „Denn um eine wirklich ökologische Komponente zu erreichen, sollten alle Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (Hybrid, Plug-In Hybrid, Erdgas, Wasserstoff) vom Sachbezug ausgenommen und vorsteuerabzugsberechtigt sein. Derzeit ist eine Ausnahme vom Sachbezug nur für Elektroautos vorgesehen“, betonte Clary und fügte hinzu: „Im ersten Quartal 2015 sind nur halb so viele Elektroautos zugelassen worden wie im vergleichbaren Zeitraum 2014.

Deutlich gestiegen hingegen sind die Neuzulassungen von Hybrid-Fahrzeugen – das Interesse ist also da.“ Derzeit sind rund 3.600 Elektroautos sowie knapp 14.000 Hybrid-Fahrzeuge in Österreich zugelassen.

„Um eine Ökologisierung im Verkehrssektor voranzutreiben, bedarf es eines klaren Bekenntnisses der Politik zu alternativen Antrieben. Die Automobilindustrie arbeitet mit Hochdruck an neuen Antriebskonzepten und neuen Fahrzeugsystemen, aber nur durch ein entsprechendes politisches Handeln kann der Markt vorangetrieben werden. Die Politik muss daher dringend Abstand von weiteren steuerlichen Belastungen für umweltfreundliche Autos nehmen. Alles andere wäre äußerst unglaubwürdig und hätte negative Auswirkungen auf die ambitionierten Umwelt- und Klimaziele“, so Clary abschließend.

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