Mercedes B 200 – Testbericht

Mercedes verspricht für die neue B-Klasse „Mehr Sports für den Tourer“. Wir verraten in unserem Test, wie viel Sportsgeist in dem praktischen Familien-Van steckt.

(c) Stefan Gruber

Die dritte Generation der Mercedes B-Klasse ist seit Anfang 2019 erhältlich. Optisch zeigt sich die neue B-Klasse so dynamisch wie nie zuvor.

Dennoch soll sie auch weiterhin ein großzügiges Platzangebot bieten, was durch die gewachsene Außenlänge auch nicht schwer zu erreichen sein sollte.

Mercedes verspricht neben dem sportlichen Look auch ein dynamischeres Fahrverhalten für den Familien-Van. Zudem soll das neue Infotainmentsystem MBUX für gute Unterhaltung und perfekte Vernetzung sorgen.

Die Auswahl an Motorisierungen ist ebenfalls sehr groß, man kann zwischen zahlreichen Diesel- und Benzinern wählen, zudem soll auch noch eine Plug-in-Hybrid-Version nachgereicht werden. Wir haben uns für unseren Test für die mittlere Benzinmotorisierung, den B 200, entschieden.

Der Listenpreis für den 163 PS (120 kW) starken B 200 liegt bei 31.700,- Euro und ist für einen Mercedes nahezu ein Schnäppchen.

(c) Stefan Gruber

Die Basisausstattung ist dabei natürlich überschaubar, beinhaltet aber Basics wie eine Klimatisierungsautomatik, einen aktiven Spurhalte-Assistent, eine Rückfahrkamera, das neue MBUX-Infotainmentsystem, einen Tempomat, Dynamic Select und einiges mehr.

Damit der Tourer auch optisch nach mehr „Sports“ aussieht, hat man unserem Testauto noch die AMG-Line-Ausstattung spendiert.

Zusätzlich wurden wir noch mit den Multibeam-LED-Scheinwerfern, dem Premium Plus Paket, der MBUX Augmented Reality Navigation, einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, dem Park Paket mit 360-Grad-Kamera, dem Totwinkel-Assistent und einigen weiteren Kleinigkeiten verwöhnt, die den Gesamtpreis auf 48.450,86 Euro getrieben haben.

(c) Stefan Gruber

Dafür ist die B-Klasse aber auch in einem wirklich sportlichen Outfit vor uns gestanden, hat aber dennoch noch Luft nach oben gehabt. So haben wir etwa einen adaptiven Tempomat vermisst, was in dieser Klasse eigentlich nicht fehlen sollte.

Sonst haben wir aber wirklich nichts vermisst. Das AMG-Line Interieur besticht mit feinen Sportsitzen, die perfekten Halt bieten.

Die roten Ziernähte an Sitzen, Türen, Lenkrad und Mittelkonsole verleihen den Innenraum in Kombination mit den vielen Zierelementen im Chrom-Look einen wirklich sehr sportlichen Touch.

(c) Stefan Gruber

Sehr gelungen ist auch das Cockpit. Die Armatureneinheit besteht eigentlich nur noch aus dem Wide Screen-Cockpit, wodurch nach vorne hin ein sehr luftiges Raumgefühl entsteht.

Statt dem Dreh/Drück-Regler zur Steuerung des Infotainmentsysteme gibt es jetzt ein Touchpad, was jedoch sehr gewöhnungsbedürtig ist. Schön, dass aber jetzt der Infotainmentbildschirm über eine Touch-Funktion verfügt, wodurch die Eingabe deutlich einfacher als via Touchpad ist.

Noch einfacher wird es wenn man die Sprachsteuerung des neuen MBUX-Systems verwendet, die während unseres Tests wirklich alles ganz genau verstanden und das Ziel im Navi blitzschnell programmiert hat.

(c) Stefan Gruber

Auch die Darstellung von Tacho und Infobildschirm kann sich sehen lassen, sowohl Grafik als auch Auflösung sind am neuesten Stand der Technik und verleihen dem Innenraum zudem auch noch einen sehr modernen Touch.

Viele Ablagen runden die positiven Seiten des Innenraums ebenso ab wie das großzügige Platzangebot.

Selbst im Fond gibt es für die Passagiere noch viel Raum, und auch das Kofferraumvolumen ist mit 445 bis 1.530 Litern Fassungsvermögen für den Familienurlaub ausreichend dimensioniert.

Vorweg etwas skeptisch waren wir bezüglich der Motorisierung. Der 4-Zylinder-Motor mit 1332 ccm Hubraum verfügt über eine Leistung von 163 PS (120 kW), was auf den ersten Blick nicht gerade sportliche Fahrleistungen vermuten lassen würde.

(c) Stefan Gruber

Immerhin liefert der Motor schon bei 1.620 U/Min ein maximales Drehmoment von 250 Nm. In der Praxis haben wir aber sehr schnell festgestellt, dass der Motor mehr als ausreichend ist und tatsächlich mehr Fahrspaß bietet, als man vermuten würde.

Schon vom Start weg liefert der B 200 viel Kraft, und man sprintet in sehr guten 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei voller Beschleunigung klingt der Motor zwar etwas gequält, liefert aber brav die gewünschte Kraft ab.

Sehr gut harmoniert auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit dem Motor. Es sorgt jederzeit für den passenden Gang und wechselt schnell und sanft zwischen den Gängen.

(c) Stefan Gruber

Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der B 200 bei 223 km/h, womit man auch ausreichend schnell unterwegs sein sollte.

Auch Überholvorgänge sind einfach und unkompliziert möglich, so dass der B 200 sich in unserem Test als sehr harmonische Variante gezeigt hat.

Die AMG-Ausstattung beinhaltet auch ein strafferes Fahrwerk, was gut zum sportlichen Charakter passt. Das Fahrzeug liegt wirklich satt auf der Straße, und man kann die B-Klasse auch dank der direkten und leichtgängigen Lenkung sehr agil über kurvenreiche Straßen bewegen.

(c) Stefan Gruber

Dennoch bleibt auch der Komfort nicht auf der Strecke, und auch Langstrecken sind für Menschen mit einem Hang zu viel Komfort ohne Einbußen zu bewältigen. Hier hat Mercedes einen wirklich guten Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort geschafft.

Auch beim Verbrauch zeigt sich der B 200 von einer sehr akzeptablen Seite. Wer den sportlichen Charakter nicht allzu sehr in Anspruch nimmt, wird die vom Werk angegebenen 5,6 Liter pro 100 Kilometer durchaus in greifbarer Nähe haben.

In unserem Test haben wir einen Verbrauch von 6,5 Litern erzielt, was für ein Auto dieser Klasse in Ordnung geht. Wir hatten schon schwächere Autos mit einem höheren Verbrauch im Testfuhrpark.

(c) Stefan Gruber

Beim Thema Sicherheit ist die B-Klasse ebenfalls gut bestückt, lediglich ein adaptiver Tempomat hat uns, wie bereits eingangs erwähnt, gefehlt. Aber diesen gibt es zumindest gegen Aufpreis für jene Kunden, die auf das praktische Sicherheitselement nicht verzichten möchten.

Die neue B-Klasse hat sich in unserem Test auf jeden Fall gut geschlagen und war ein beliebter Begleiter auf allen Wegen.

Mercedes hat es geschafft, die alten Tugenden der B-Klasse in ein neues, deutlich sportlicheres Gewand zu stecken.

Am überzeugendsten ist der Innenraum, der sowohl in puncto Ausstattung als auch Gestaltung und Platzangebot begeistert. Auch der Motor hat uns überzeugt, der B 200 stellt eine souveräne und ausreichende Motorisierung da, auf keinen Fall verzichten sollte man auf das Doppelkupplungsgetriebe.

Was uns gefällt:

Der Innenraum, das Wide Screen-Cockpit, die Sprachsteuerung des MBUX-Systems, das Platzangebot, der Fahrkomfort, die Fahrleistungen, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Dass der Motor bei voller Beschleunigung etwas gequält wirkt, dass kein adaptiver Tempomat Serie ist

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 1-

Fahrleistung: 1

Fahrverhalten: 1

Verarbeitung: 1

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Platzangebot Rückbank: 1

Kofferraum: 2

Ablagen: 1

Übersichtlichkeit: 2

Fact Box Mercedes B 200

Preis in Euro
Testwagenpreis ohne Extras 31.700,00
Testwagenpreis mit Extras: 48.450,86
davon Steuern 10.064,36
Technische Daten
Zylinder 4
Hubraum in ccm 1.332
Leistung PS/KW 163/120
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 265/1.650
Getriebe 7 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 8,2
Höchstgeschwindigkeit in km/h 223
Durchschnittsverbrauch in Liter 5,6
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 129
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 441,9
Breite in cm 179,6
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 156,2
Radstand in cm 272,9
Kofferraumvolumen in Liter 445 – 1.530
Tankinhalt in Liter 43
Leergewicht in kg 1.410
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.960
Max. Zuladung in kg 550
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