Der Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2017

Der Concorso d’Eleganza Villa d’Este ist die weltweit exklusivste und traditionsreichste Veranstaltung für historische Automobile und Motorräder.

Die Geschichte geht bis in das Jahr 1929 zurück, als im norditalienischen Cernobbio unter dem Namen „Coppa d’Oro Villa d’Este“ erstmals eine Ausstellung von Neuerscheinungen der Automobilbranche zu sehen war.

(c) BMW

Es folgte eine jahrzehntelange wechselvolle Geschichte. 1999 übernahm die BMW Group die Schirmherrschaft, seit 2005 ist die BMW Group Classic gemeinsam mit dem Grand Hotel Villa d’Este Veranstalter der hochkarätigen Raritäten-Schau, zu der jedes Jahr mehrere tausend Enthusiasten und Teilnehmer aus aller Welt anreisen.

Das Motto des diesjährigen Classic-Weekends lautet „Around the World in 80 Days – Voyage through an Era of Records““ und nimmt Bezug auf die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts, als die Welt zunehmend mobiler wurde. Bereits vor Erfindung des Automobils gelangen die ersten Weltumrundungen mit Transportmitteln wie Eisenbahn und Dampfschiff.

Passend zum Motto präsentiert sich das Feld der eindrucksvollen Raritäten weltumspannend und reich an historischen Höchstleistungen. Auch das Spektrum der Fahrzeuge ist rekordverdächtig: Es gibt wohl keine zweite Schönheitskonkurrenz, deren Kandidaten mit Ein- bis Zwölfzylinder-Motoren bestückt sind und 1,5 bis 450 PS leisten. Der hubraumstärkste Motor ist in einem Rolls-Royce Phantom I zu finden: 7668 ccm. Abgesehen von den 50-ccm-Motorrädern schlägt das kleinste Herz in einem Intermeccanica (493 ccm).

Der Concorso d’Eleganza Villa d’Este vereint mit seinem Konzept und den ausgestellten Fahrzeugen Tradition und Vision auf eindrucksvolle Weise. Dazu trägt auch die Wertungsklasse Concept Cars & Prototypes bei, die es in dieser Form weltweit auf keinem anderen Classic-Event gibt. Zu sehen sind Fahrzeuge, bei denen die renommiertesten Designer der Gegenwart ihre kreative Leidenschaft und Zukunftsorientierung zum Ausdruck bringen. Als Ergänzung zur Rückschau auf bedeutende historische Fahrzeuge und ihre Epochen stehen hier die Visionen für das Automobildesign von morgen im Blickpunkt. Die Entscheidung über die Vergabe des Concorso d’Eleganza Design Awards erfolgt per Publikumsvotum.

Den besonderen Reiz des Concorso d’Eleganza Villa d’Este macht die ungewöhnliche Kombination von ausgesuchten historischen Fahrzeugen auf zwei und vier Rädern sowie die Präsentation von aktuellen Konzeptfahrzeugen und Prototypen aus. In der stilvollen Umgebung der Villa d’Este und Villa Erba stehen die Schönheitswettbewerbe im Mittelpunkt, bei denen seltene und ungewöhnliche Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen antreten. Bei den Automobilen wetteifern 51 Fahrzeuge von herausragender Klasse und mit faszinierender Geschichte in acht Kategorien um die Gunst der Jury und des Publikums. Bei den Motorrädern sorgen 40 Exemplare in fünf Kategorien und einer Sonderklasse für ein erlesenes Teilnehmerfeld. Die verschiedenen Wertungsklassen setzen Themenschwerpunkte für den Rückblick in die Geschichte des Fahrzeugbaus.

Die Besitzer der 51 Automobile kommen aus 16 Ländern – die meisten (12) aus den USA. 30 verschiedene Fahrzeugmarken sind zu sehen, die in sieben Ländern produziert wurden. Italien ist nicht nur mit zwölf Marken am stärksten vertreten, das südeuropäische Land stellt mit Ferrari auch die Marke mit den meisten Kandidaten (7).

Die acht Automobil-Klassen:

Class A. Speed Demons: Endurance Pioneers of the Golden Age. Diese Wertungsklasse erinnert an die Langstrecken-Vergleiche um den Gordon-Bennett-Cup, an den Klassiker Paris – Rouen oder die 24-Stunden von Le Mans. Hier treffen unter anderem zwei Rennwagen aufeinander, die bereits 1930 auf der legendären englischen Rennstrecke Brooklands in Weybridge/Surrey gegeneinander angetreten sind: der französische Ballot 3/8 LC von 1920 und der Bentley 4 ½ Litre von 1929.

Class B. Traveling in Style: Around the World in 40 Years. Luxuriöse und opulente Automobile der Vorkriegszeit wetteifern um die Gunst der Juroren. Ganz im Stil ihrer Zeit dürfen diese Kandidaten nicht nur, sie sollen sogar möglichst dekadent wirken.

Class C. Goodbye Jazz, Hello Radio: Full Speed into the 1930s. 1932 startete das Autoradio seinen Siegeszug. Rhythmischer Wohlklang animierte zu rasanterer Gangart. Diese Klasse zeigt, wie unterschiedlich die Hersteller darauf antworteten: Vom Schnellganggetriebe über die Stromlinienform bis zum Kompressormotor ist hier alles vertreten.

Class D. Faster, Quieter, Smoother: Heroes of the Jet Age. In dieser Klasse treffen sich sportliche Schönheiten aus den Jahren nach 1945. In Bezug auf ihre Exklusivität liegen jene Sportwagen weit vorn, die nicht nur einen kraftvollen Motor haben, sondern auch eine maßgeschneiderte Individual-Karosserie.

Class E. The Grand Tour Continues: The Next 40 Years. Nach 1945 fuhren schnell wieder die großen Luxuskarossen über unsere Straßen. Auch für die Luxusklasse entstanden zahlreiche Sonderanfertigungen und Einzelstücke.

Class F. Fast and Flamboyant: Playboys Toys. Hier starten die Boliden der High Society – nicht unbedingt praktisch, aber wunderschön. Rennwagen mit Straßenzulassung oder ein Le Mans-Renner mit dem einst ein smarter, junger Lebemann von Nachtclub zu Nachtclub fuhr.

Class G. Supergioiello: Little Toys for Big Boys. Dass die Exklusivität eines Sportwagens nicht nur nach Zylinder-, Hubraum- und Leistungszahlen bemessen wird, beweisen die Konkurrenten dieser Klasse: Hier reicht sogar ein luftgekühlter Zweizylinder, um zu begeistern. Der am häufigsten gebaute Sportwagen dieser Kategorie wurde 21 Mal gefertigt, vier Exemplare sind sogar Unikate.

Class H. Shaped by Speed: Racing through the Decades. Diese Wettbewerbsfahrzeuge vermitteln, wie facettenreich die Formgebung für Aerodynamik sorgen konnte. Unvergleichlich ästhetische Karosserieformen der 1950er- bis 1970er-Jahre, mit denen man einfach nur Rennen gewinnen wollte.

Bereits am Freitag können die Besucher im Rahmen der Public Days auf dem Gelände der Villa Erba die Fahrzeuge bestaunen, die am Samstagabend von RM Sotheby’s versteigert werden.

 Am Samstag um 14 Uhr startet der Street Run der Wettbewerbs-Motorräder von der Villa Erba zur Villa d’Este. Am Nachmittag wartet mit dem Publikumspreis „Coppa d’Oro Villa d’Este“ die erste wichtige Auszeichnung in der Villa d’Este.

 Am Sonntag präsentieren sich die 51 automobilen Wettbewerbsfahrzeuge und 40 Motorräder vor der großen Tribüne im Garten der Villa Erba, wo die Sieger ausgezeichnet werden. Zum Abschluss vergibt die internationale Experten-Jury am Sonntagabend den letzten und wichtigsten Preis bei den Automobilen: den Titel „Best of Show“ in der Villa d’Este.

Teilen:
  • Print
  • Facebook
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • PDF