Fisker Karma – Fahrbericht

Seit kurzem ist der Fisker Karma nun auch in Österreich erhältlich, wir konnten mit der Elektro-Sportlimousine schon erste Fahreindrücke sammeln.

(c) Stefan Gruber

Henrik Fisker und Bernhard Koehler gründeten 2007 die Firma Fisker Automotive und verwirklichten ihren Traum. Als kleine Firma im großen Haifischbecken der Autokonzerne ein eigenes Auto auf die Beine zu stellen, ist schwierig – ein so revolutionäres wie den Fisker Karma umso mehr.

Auf den ersten Blick ist man sich beim Elektroauto mit Range Extender dabei gar nicht sicher, ob dies nun ein fahrendes Kunstwerk ist, oder doch ein käuflich erwerbbares Auto. Seit kurzem ist der extravagante Mix aus Limousine und Sportwagen auch in Österreich erhältlich, und zwar zu einem Preis, der für ein Auto dieser Kategorie als Okkasion gesehen werden darf.

Die günstigste Version des Fisker Karma kommt auf 91.500,- Euro, das Topmodell, der Karma Ecochic, auf 104.500,- Euro.

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Schon in der Basisversion sind 10 Airbags inkl. Fahrer- und Beifahrerknieairbag, Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, eine Einparkhilfe vorne und hinten, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Karma Solardach, welches die Energie für Radio und Klima liefert, Tempomat, Smart-Key, ein Audio-System mit 8 Lautsprechern, ein 10,2″-Multivisionsdisplay mit Touchscreen sowie eine Alarmanlage mit an Bord.

(c) Stefan Gruber

Der Ecochic verfügt zudem noch über ein Navigationssystem, ein Premium-Audio-Paket mit 10 Lautsprechern und eine Rückfahrkamera.

Zudem besticht das Topmodell auch noch über eine Ausstattung, welche die nachhaltige Auslegung des Autos unterstreichen soll. So kommen im Innenraum Recycling-Materialien zum Einsatz, oder auch zertifiziertes „Rescued Wood“ oder Teppichrückengewebe aus PET.

Technisch bietet das Kunstwerk auf vier Rädern zudem einen Antrieb, der sowohl auf Fahrspaß als auch höchste Effizienz ausgelegt ist, ohne dabei die Alltagstauglichkeit einzuschränken.

(c) Stefan Gruber

Die Lösung, wie man alle diese Attribute unter einem Hut bringt, nennt sich Elektroantrieb mit Range Extender. Angetrieben wird der Karma von zwei je 150 kW starken Elektromotoren, welche die Leistung auf die Hinterräder übertragen. Die Gesamtleistung von 300 kW (403 PS) reicht aus, um die Sportlimousine in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. n

Mit den 20 kWH großen Batterien ist eine Reichweite von rund 80 Kilometer gegeben, danach schaltet sich der 2,0 Liter 4-Zylinder Turbobenziner mit 260 PS hinzu, der die Batterien wieder mit Energie versorgt. Der Antrieb selbst erfolgt jedoch immer ausschließlich über die Batterien, nie über den Benzinmotor.

So ergibt sich dann auch ein kombinierter Verbrauch von nur 2,4 Liter pro 100 Kilometer, bzw. ein CO2-Ausstoß von nur 83 g/km.

(c) Stefan Gruber

Was sich am Papier mal schön liest und auf den Fotos hübsch anzusehen ist, haben wir dann auch in der Praxis getestet. Eines kann man dabei schon vorab sagen: Noch kein anderes Auto aus unserer Testwagenflotte hat die Blicke der Passanten so auf sich gezogen wie der Fisker Karma.

Egal, ob an der Tankstelle, wo sich schneller eine Menschentraube bildet, als wenn jemand im Festzelt „Freibier“ ruft, oder an der Ampel, wo selbst vier ältere Damen vom Hilfswerk neugierig gefragt haben „Was ist denn das für ein Auto? So ein tolles haben wir noch nie gesehen!“.

Mit seiner futuristischen Form, die sich über eine Länge von 5 Metern zieht, erinnert der Fisker Karma stark an die Zeiten, wo die Karosseriekunst noch hoch im Kurs gestanden ist und Karosseriebauer die großen Marken mit individuellen Karosserien belieferten.

(c) Stefan Gruber

Dabei wirkt jeder Winkel des Autos nicht nur extrem sportlich, sondern auch sehr harmonisch. Die Extravaganz der Karosserie findet dann auch im Innenraum ihre Fortsetzung.

Feinste „Tri-Tone-Leder“, edle Hölzer und viele Chrom-Applikationen verleihen dem Innenraum eine futuristische, aber zugleich wohlige Atmosphäre. Die Bedienung aller Elemente erfolgt über Tastendruck, egal, ob das Einlegen der Fahrstufe oder via Touchscreen am Monitor, wo nicht nur Radio, Klima und Navigation gesteuert werden, sondern auch der Energiefluss und Fahrzeugparameter abrufbar sind.

Neben dem elektronischen Tacho, der ebenfalls von gebürstetem Aluminium umgeben ist, gibt es auch noch eine Anzeige über die Reichweite der Batterie und die kombinierte Reichweite inkl. Benzin, sowie eine Anzeige für den Energiefluss.

(c) Stefan Gruber

Startet man den Karma per Knopfdruck, ist natürlich mal nichts zu hören, außer für die Passanten, die ein künstlich erzeugtes Geräusch wahrnehmen, welches vor dem sonst lautlos fahrenden Auto warnen soll.

Per Knopfdruck legt man dann den Vorwärts- oder Rückwärtsgang ein, und schon kann es los gehen. Der Fahrer kann dabei via Lenkradschaltwippen zwischen zwei Fahrmodi wählen: Im Stealth-Modus wird der Karma ausschließlich mit der Lithium-Ionen-Batterie angetrieben und liefert so nicht die volle Kraft.

Dennoch reicht die Kraft schon für beachtliche Fahrleistungen aus. In 7,9 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit im Stealth-Modus liegt bei 153 km/h. Schaltet man in den Sport-Modus, unterstützt der Benzinmotor noch den Elektromotor mit zusätzlicher Leistung, und der Fisker Karma sprintet davon wie ein Sportwagen.

(c) Stefan Gruber

Optisch wird einem der Sport-Modus mit roter Armaturenbeleuchtung und rotem „Sport“-Schriftzug angezeigt. Noch deutlicher zeigt einem der Fisker den Sport-Modus aber durch seine Leistung an. Ein Tipp aufs Gaspedal genügt, und schon sprintet der elektrisch betriebene Amerikaner in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 200 km/h schnell.

Für viel Fahrspaß sorgt dann die perfekte Straßenlage, die durch den niedrigen Schwerpunkt, dabei aber hohem Fahrzeuggewicht erreicht wird. Die Batterien befinden sich im Mitteltunnel zwischen Fahrer und Beifahrer, der Benzinmotor vorne unter der Motorhaube, und die Elektromotoren hinten zwischen den Rädern, wodurch auch der Kofferraum auf Golfbag-Größe schrumpft.

Eine sehr direkte Lenkung und eine der Klasse entsprechende Verarbeitung runden den positiven Gesamteindruck weiter ab.

Das Platzangebot ist zudem auf den vorderen Sitzen sehr gut, auch der Ein- und Ausstieg ist trotz der geringen Höhe von nur 133 cm problemlos und selbst für ungelenkige Menschen würdevoll möglich. Der Zugang zu den Sitzen im Fond ist ebenfalls einfach, das Platzangebot jedoch für groß gewachsene Passagiere etwas eingeschränkt. Becherhalter, Sitzheizung, eigener USB-Anschluss und feinste Sport-Ledersitze sind aber auch hinten Standard.

Viel Liebe zum Detail zeigen auch die Türöffner im Innenraum, die als Taste ausgelegt sind und per Knopfdruck elektrisch die Türen frei geben.

Der Fisker Karma ist auf jeden Fall in jede Richtung ein Highlight. Er bietet Fahrspaß wie ein Sportwagen, den Komfort einer Luxuslimousine und braucht dennoch weniger Benzin als ein Kleinwagen mit 50 PS. Hinzu gesellt sich ein Design, welches durchaus als Kunstwerk bezeichnet werden kann und für das man beim Kauf des Fisker Karma eigentlich mit einem Kulturfördergeld bedacht werden sollte.

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