IAA 2011: Audi A2 concept mit By-wire-Technologie

Audi will den Besuchern der 64. IAA in Frankfurt mit dem rein elektrisch angetriebenen A2 concept einen weiteren Ausblick auf die elektrische Mobilität der Zukunft gewähren.

Die Technikstudie sei ein klassisches Raumkonzept auf Premiumniveau, das vier Personen großzügig Platz biete. Das Fahrzeug ist nur 3.804 Millimeter lang, 1.693 Millimeter breit und 1.494 Millimeter hoch. Seine cleane Optik beschränkt sich auf das Wesentliche.

(c) Audi/Auto-Reporter.NET

Das undurchsichtige Glasdach des Showcars lässt sich per Tastendruck transparent schalten. Kleine Partikel, die im Glas integriert sind, richten sich bei elektrischer Spannung so aus, dass das Licht die Scheibe ungehindert durchströmt. Die Abschattung des Innenraums ist ein wichtiger Beitrag zum effizienten Temperaturmanagement.

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An der Front dominiert der Singleframe-Grill. Die oberen zwei Drittel sind als klappbare Fläche ausgeführt, hinter ihr liegen der Ladeanschluss und der Kühlwasserstutzen. Die vier Audi-Ringe sind intensiv plastisch herausgearbeitet, die Motorhaube ist fest mit der Karosserie verschraubt. Im unteren Bereich des als Lufteinlass fungierenden Grills sitzen hocheffiziente Kühlelemente aus Graphitschaum. Das leichte Mineral führt die Wärme hervorragend vom Wasser an die Umgebungsluft ab.

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Ein weiteres Highlight sind die Scheinwerfer in LED-Lichttechnologie, der sogenannte „Matrix Beam“. Ein Bündel kleiner, übereinander platzierter Leuchtdioden generiert Abblend- und Fernlicht. Die LEDs lassen sich getrennt zu- und abschalten, um die Straße in jeder Lage perfekt auszuleuchten. Zahlreiche Mini-LEDs erzeugen das Tagfahrlicht. Auch die Rückleuchten sind in Matrix-Beam-Technologie aufgebaut. Über einen Sensor erkennt das System, wie gut die Sicht ist, und passt die Leuchtkraft entsprechend an.

Für Lichtspiele sorgt das Audi dynamic light, ein Leuchtband, das die Scheinwerfer mit den Rückleuchten verbindet. Es ist ein charakteristisches Feature des Audi A2 concept. Im Ruhezustand erscheint das Band schwarz. Nähert sich der Besitzer, leuchtet es zur Begrüßung blau auf und fokussiert sich auf die im Band versenkten Türgriffe. Sie fahren aus, wenn der Fahrer mit der Hand über sie wischt. Während der Fahrt leuchtet das dynamic light in hellem Orange. Beim Blinken pulsiert es auf der entsprechenden Seite, und beim Bremsen läuft als Warnung für andere Verkehrsteilnehmer ein roter Lichtimpuls an der Flanke entlang.

(c) Audi/Auto-Reporter.NET

Das Interieur beschreibt Audi mit leicht, licht, clean, geräumig und intuitiv bedienbar. Der Boden hat keinen Mitteltunnel; die Konsole zwischen den Vordersitzen lässt sich nach unten fahren, was freien Durchstieg erlaubt.

Das Lenkrad ist oben und unten abgeflacht. Die beiden großen, nach innen weisenden Hörner tragen berührungssensitive Flächen, über die sich die wichtigsten Funktionen steuern lassen. Allein die Blinker- und Wischerfunktionen laufen noch über traditionelle Lenkstockhebel. Werden beide Touchpads gleichzeitig berührt, wird in einen teilautonomen Fahrmodus gewechselt. Eine Komfortfunktion, die ihre Vorteile besonders im zäh fließenden Verkehr ausspielt.

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Wird der Elektroantrieb per Taste gestartet, klappen rechts vom Lenkrad zwei Touchpads hoch. Die kleine linke Fläche ist für die Steuerung der Fahrstufen (shift by wire), die größere rechte für die Klimatisierung sowie die Medienfunktionen reserviert. Die Konsole zwischen den Sitzen birgt ein weiteres Touchpad zur Eingabe von Schriftzeichen und für Sekundärfunktionen. Eine Dockingstation für das iPhone ergänzt das Bedienkonzept.

Das Showcar hat alle connect-Technologien von Audi wie Bluetooth-Autotelefon oder WLAN-Hotspot an Bord. Über die schnelle Datenverbindung kommen speziell aufbereitete News und Infos ins Fahrzeug. Für die Navigation stehen die aktuellen Dienste von Audi bereit.

Die vier Einzelsitze bauen ungewöhnlich leicht. Ihre Chassis bestehen aus Aluminium, bei den Schalen nutzten die Entwickler die Kunststoff-Blasformtechnologie. Unter den hochklappbaren Sitzkissen befinden sich Stauräume. Zwischen den Fondsitzen liegt eine Konsole mit Staufächern. Nach vorn geklappt, gibt sie eine Aufnahme frei, in die sich die Gabel eines speziellen City-Fahrrades einrasten lässt.

Der Audi A2 concept ist ein reines Elektrofahrzeug. Seine Lithium-Ionen-Batterie speichert 31 kWh Energie, von denen 24 kWh nutzbar zur Verfügung stehen. Der Elektromotor ist quer im Vorderwagen montiert, er schickt über ein einstufiges Getriebe 85 kW (116 PS) Spitzenleistung (60 kW Dauerleistung) und 270 Nm Drehmoment (160 Nm) auf die Vorderräder.

Die Technikstudie erreicht im europäischen Fahrzyklus eine Reichweite von 200 km. Mit 400 Volt-Drehstrom dauert eine Vollladung der Batterie etwa 1,5 Stunden, mit 230 Volt-Haushaltsstrom rund vier Stunden. Auch der A2 concept ist bereits auf die neue Technik des kontaktlosen Ladens (Audi Wireless Charging) ausgelegt.

Das Showcar bringt nicht mehr als 1.150 Kilo auf die Waage. Der wichtigste Faktor dafür ist seine Karosserie, die den neuesten Stand der Ultra-Leichtbautechnologie von Audi präsentiert. Die Studie beschleunigt in 9,3 Sekunden auf 100 km/h, ihre Spitze ist der Reichweite zuliebe auf 150 km/h begrenzt. Lenkung und Bremsen arbeiten rein elektrisch (steer-by-wire und brake-by-wire), sie kommen ohne mechanische oder hydraulische Verbindung zum Lenkrad beziehungsweise zum Pedal aus.

Die 18-Zoll-Räder sind in der sogenannten Cladding-Technologie aufgebaut. Basisräder aus Leichtmetall und Deckräder werden separat hergestellt und miteinander verklebt. Die neue Hybridtechnologie, die Audi bei einigen Modellen bereits in der Serie anbietet, spart durch verringerten Materialeinsatz pro Rad rund zwei Kilo Gewicht. (Auto-Reporter.NET/br)

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